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Twitter-Radar: Direktbanken ernten weniger Kritik

Twitter Radar

Twitter ist die Anwendung im Social Web, über die Kunden am häufigsten ihre Kritik an Banken verbreiten.1 Um zu erfahren, was Kunden im Internet über das eigene Institut äußern, sollte ein Monitoring von Twitter für Banken also allerhöchste Priorität haben.

Doch wodurch entsteht eigentlich die Kritik der Bankkunden, die in eine negative und öffentliche Mundpropaganda bei Twitter münden kann? Weiterlesen

Zielgruppen und Social Media – ein Widerspruch

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In vielen Blogbeiträgen, aber auch in Interviews mit Experten und Artikeln von Fachzeitschriften zum Thema Social Media liest man immer wieder den Begriff „Zielgruppe“. Dies betrifft nicht nur den Bereich der Finanzdienstleistungen, aber auch hier wird immer wieder der Begriff „Zielgruppe“ im Zusammenhang mit Social Media genannt. So wird beispielsweise in einem aktuellen Artikel des Bankmagazins davon berichtet, dass mit Social Media die „Zielgruppe der Jüngeren“ angesprochen werden soll.

Auf den ersten Blick mag es etwas kleinlich anmuten, sich kritisch mit dem Begriff „Zielgruppe“ auseinanderzusetzen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich allerdings dabei, dass die Benutzung dieses Wortes auch viel über Denkweisen und Vorstellungen offenbart.

Zielgruppen

Schauen wir uns zunächst den Begriff Zielgruppe etwas näher an. Der Begriff „Zielgruppe“ stammt aus der Marketinglehre, speziell aus der Werbewirtschaft. Zielgruppen der Kommunikation definiert Bruhn als „… die mittels des Einsatzes des kommunikationspolitischen Instrumentariums anzusprechenden Adressaten (Rezipienten) der Unternehmenskommunikation.“ (Bruhn (2005), S. 5).

Die Kommunikationswissenschafter Herbst und Mast werten den Begriff „Zielgruppe“ jedoch als nicht mehr zeitgemäß, weil er von Kommunikation als Technik ausgeht, die einseitig auf ein Publikum zielt und den Kommunikationsprozess daher nur unzulänglich widerspiegelt (Herbst (2003), S. 29; Mast (2006), S. 126).

Beziehungen

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Wie kann man die Umwelt eines Unternehmens präziser erfassen? Konkret geht es um Personen und Gruppen im Markt, in der Gesellschaft, aber auch innerhalb des Unternehmens, die entscheidend dafür sind, dass ein Unternehmen seine Ziele erreicht, weil sie (in unterschiedlicher Weise) in einer Beziehung zum Unternehmen stehen. Dies können beispielsweise Mitarbeiter genauso sein, wie Kunden, Aktionäre, Geschäftspartner, Journalisten, Wissenschaftler, Verbände, kritische Gruppen oder auch öffentliche Stellen.

Da es deshalb zeitgemäßer ist, Kommunikation als Gestaltung von Beziehungen zwischen Menschen zu verstehen, statt einer Technik, die einseitig Informationen auf ein Publikum zielt (Herbst (2003), S. 29f), offenbart sich, warum der Begriff „Zielgruppe“ im wahrsten Sinne des Wortes am Ziel vorbeigeht.

In meiner neuen wissenschaftlichen Arbeit zum Thema Bezugsgruppen der Investor Relations wird dieser Gedankengang übrigens ebenfalls aufgegriffen.

Kommunikation im Web 2.0

Erst recht gilt dies für Social Media, die in besonderer Weise eine Abkehr von der „one-to-many“-Kommunikation darstellen. Das Web 2.0 steht für eine dialogische, interaktive und demokratische Kommunikation auf Augenhöhe. Es steht originär für die kommunikative Gestaltung von Beziehungen zwischen Menschen, aber auch zwischen Institutionen und Menschen. Daher ist es gerade im Zusammenhang mit Social Media mehr als angebracht, eine Abkehr vom Begriff Zielgruppe und der damit verbundenen Denkweise vorzunehmen und stattdessen den von Herbst und Mast (Herbst (2003), S. 30; Mast (2006), S. 126) vorgeschlagenen Begriff der Bezugsgruppen zu verwenden.

Auch Banken tun gut daran, diesen gedanklichen Wandel möglichst schnell zu vollziehen. Leider scheint dieser gedankliche Wandel in der Finanzbranche noch immer nicht vollständig angekommen zu sein. So schreibt der angesehene Wirtschaftsjournalist und Autor Lothar Lochmaier in seinen heutigen Blogbeitrag (Zitat):

„Denn die künftigen vermögenden Kunden auch jenseits der Altersgrenze von 35 Jahren erwarten  gewisse Standards, bei dem die Bank sich auf Augenhöhe mit dem Kunden zum Dialog verabredet. Die Umsetzung aus den zähen Mühlsteinen des Bankwesens heraus ist allerdings sehr mühevoll“.

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Literatur-Empfehlungen:

Quellen:

Herbst, Dieter (2003), Praxishandbuch Unternehmenskommunikation, Berlin, 2003

Bruhn, Manfred (2005), Unternehmens- und Marketingkommunikation, München, 2005

Mast, Claudia (2006), Unternehmenskommunikation, 2. Auflage, Stuttgart, 2006

Bildquellen:

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Facebook Angebote startet in Deutschland

Facebook LogoDieses Blog berichtete bereits im November über den Dienst Facebook Deals, der Belohnungen für Check-ins verspricht. Bislang war dieser Dienst, der in einen Wettbewerb mit Location Based Services wie Foursquare oder Friendticker tritt, allerdings noch nicht in Deutschland verfügbar.

Seit heute stehen jedoch bei Facebook Places (Facebook Orte) auch in Deutschland besondere Schnäppchen-Angebote von Unternehmen zur Verfügung. Der Dienst wurde für den deutschen Markt auf den Namen Facebook Angebote getauft. Erste Deals sollen nach Angaben von Facebook von der Restaurantkette Vapiano, der Kinokette Cinemaxx, sowie den Unternehmen Gravis, Benetton, Douglas und Esprit verfügbar sein.

Den besten „Deal“ konnte man aber wohl in Großbritannien machen, wo der Dienst heute ebenfalls startete. Die britische FT berichtet, dass es bei fünf britischen Mazda-Händlern einen Rabatt von 20 Prozent (im Wert von etwa 4.000 Pfund) auf das Modell MX-5 gab.

Weitere Infos zum Dienst gibt es in deutscher Sprache direkt bei Facebook

Grafikquelle: iconspedia

Berliner Volksbank goes Social Media

Berliner Volksbank Blog
Screenshot Berliner Volksbank Blog

Das neue Jahr ist nun gerade etwa zwei Wochen alt, da tut sich etwas im Genossenschaftssektor. Bislang war diese Bankengruppe vor allem mit ihren zentralen Verbundinstituten, wie beispielsweise der R+V, sowie kleineren, zum Teil aber sehr aktiven, Primärinstituten, wie der Volksbank Bühl oder aber der spezialisierten Ethikbank im Web 2.0 aktiv.

Mit der Berliner Volksbank wagt sich nun auch die größte regionale Genossenschaftsbank auf die Social Media – Bühne. Ein erster Eindruck.

Lessons learned?

Die Berliner Volksbank hat sich mit ihrem Start in die sozialen Medien vergleichsweise viel Zeit gelassen. Während beispielsweise der regionale Rivale Berliner Sparkasse schon länger auf Facebook & Co. aktiv ist, habe ich solche Aktivitäten meines ehemaligen Arbeitgebers bislang vermisst.

Die jetzige Premiere zu Beginn des Jahres 2011 jedoch wirkt orchestriert, professionell und von längerer Hand geplant. Die Volksbank startet nämlich gleich auf drei Kanälen (mit einem Blog, einem Twitter-Account und einer Facebook-Seite) ins Web 2.0-Zeitalter. Offensichtlich wurde hier das Social Web bereits längere Zeit beobachtet und zunächst an einer Strategie gearbeitet, statt mit einer „trial and error“- Offensive ins Mitmach-Netz zu starten.

Auch wenn die Berliner Sparkasse schon länger ihre Facebook-Seite bespielt, scheint der Erfolg bislang eher bescheiden zu sein. Angesichts der Größe dieses Institutes und seiner Dominanz im Berliner Retailgeschäft sind 1.417 „gefällt mir“ – Klicks doch eher dürftig. Der Vorsprung der Sparkasse ist für die Volksbank also durchaus noch einholbar.

Strahlende Gesichter

Facebook Berliner Volksbank
Screenshot Facebook Berliner Volksbank

Im Gegensatz zur Sparkasse, die visuell auf Facebook mit Berliner Fernsehturm und Weltzeituhr daherkommt, wirkt die neue Seite der Berliner Volksbank sehr viel persönlicher.

Hier kommuniziert man nicht mit einem Turm und einer Uhr sondern mit Menschen aus Fleisch und Blut. Die Bank gibt sich persönlich und zeigt die Menschen und Gesichter hinter der Seite. Das wirkt sympathisch. Lesson learned!

Bleibt zu hoffen, dass diese persönliche Note nun auch in der Online-Kommunikaton mit Kunden, Freunden, aber auch möglichen Kritikern ihren Ausdruck findet. Und dass auch die zweite Lesson gelernt wurde, nämlich dass Social Media nicht nur Senden bedeutet, sondern Dialog und Kommunikation auf Augenhöhe. Dies bleibt abzuwarten, der Anfang ist aber vielversprechend.

Natürlich ist auffällig, dass es sich bei allen Gesichtern der Bank auf Facebook & Co. bislang um Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation bzw. PR handelt. Wünschenswert für die Zukunft wäre ein Corporate Blog, bei dem auch Mitarbeiter zu Wort kommen, die keine Kommunikationsprofis sind.

Der Start der Berliner Volksbank ins Web 2.0 scheint aber insgesamt zunächst recht gut gelungen. Es wird deutlich, dass hier strategisch vorgegangen und aus Fehlern anderer gelernt wurde. Die weitere Entwicklung werde ich interessiert verfolgen.

Artikel-Tipps:

Markenführung in Social Media

Mit Social Media zu mehr Transparenz und Partizipation in Genossenschaftsbanken

Bildquelle: eigene Screenshots

Spenden 2.0: wenn der Bankkunde mitbestimmt

Banken haben nichts zu verschenken? Nun, spätestens zu Weihnachten haben sie zumeist schon: Früher bekamen Kunden regelmäßig zum Jahreswechsel Kalender: Wandkalender, Taschenkalender, Tischkalender oder Lehrerkalender.

Irgendwann besann sich die Bank jedoch und kam auf die Idee, diese Geschenke einzustellen. Stattdessen wurde nun für gute Zwecke gespendet und ausführlich darüber berichtet. Getreu dem Motto: „Tue Gutes und rede darüber“. Allerdings bestimmte die Bank damals völlig autonom über die Empfänger ihrer guten Gaben.

Volksbank Facebook SpendenaktionNun weihnachtet es wieder einmal. Aber diesmal im Zeitalter des Web 2.0: Einen neuen Ansatz zum Thema „Banken und Spenden“ verfolgt daher die, ohnehin sehr Social Media-affine, Volksbank Bühl derzeit auf Facebook: Unter dem Motto: „Wir spenden, Du verteilst“ können die Kunden und Fans der Bank dort abstimmen, wer das Geld erhalten soll. Crowd Voting für den guten Zweck! Technisch basiert dieses auf einer von der Bautzener Agentur Azionare speziell für Genossenschaftsbanken entwickelten App.

Ergebnis der ersten Runde war, dass Sportvereine die Empfänger der Spenden sein sollen. In einem zweiten Durchgang werden nun fünf Sportvereine durch Abstimmung ermittelt, die jeweils 1.500,– EUR erhalten werden.

Dabei handelt es sich (derzeitiger Stand) ausschließlich um regionale Sportvereine.

1. FV Ottersweier e.V. 1953
2. SV Bühlertal 1922 e.V.
3. Kehler Fußballverein 07 e.V.
4. Sportverein Ulm 1948 e.V.
5. Sportfreunde Goldscheuer (Stand: 7.12.2010)

So wird die Genossenschaftsbank ihrer Förderung der Region gerecht und die Kunden bestimmen, wer das Geld erhält. Eine interessante Variante. Und eine erfolgreiche dazu: Laut Tweet der Volksbank Bühl wurden alleine am Nikolaustag über 300 Votes abgegeben. Die Bank tut Gutes und die Social Media-Gemeinde sieht es. Auch ohne große Reden. Fröhliche Weihnachts (Spenden-) zeit!

Bildquelle: eigener Screenshot

Update: diesen Tweet schickte die Volksbank Bühl am 22.12.2010 per Twitter:

volksbank buehl tweet

Unternehmen schlecht auf Social-Media-Krisen vorbereitet

Krisensituation in Social MediaIm Web 2.0 können sich Nachrichten mit rasender Geschwindigkeit über soziale Netzwerke verbreiten. Dies gilt insbesondere für Katastrophen, Krisen und Skandale. Für die betroffenen Unternehmen ist es jedoch zu spät, erst dann Reaktionspläne zu erstellen, wenn die negative Nachrichtenwelle im Internet bereits am rollen ist.

Dennoch sind rund 80 Prozent der Kommunikationsprofis in Unternehmen derzeit nicht, bzw. nicht gut auf Krisensituationen vorbereitet, die von Social Media-Kanälen ausgehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die GartnerCommunications aus Frankfurt am Main zwischen Juli und August 2010 durchgeführt hat. In der Online-Untersuchung wurden mehr als 90 PR-Profis aus Unternehmen und Agenturen aus mehr als 30 Ländern befragt. Der Schwerpunkt lag bei Unternehmen aus Deutschland und den USA.

Bewusstsein für die Bedeutung

Auch wenn die Ergebnisse der Umfrage nicht repräsentativ sind, zeigen sie doch klare Tendenzen: Die PR-Fachleute sind sich durchaus der Wichtigkeit einer guten Vorbeitung auf Krisensituationen in den Social Media-Netzwerken bewusst. Sie stufen deren Bedeutung auf einer Skala von eins bis zehn bei durchschnittlich sieben ein. Für die Zukunft gehen 71 Prozent der Befragten sogar von einer weiter steigenden Bedeutung aus, die weiteren 29 Prozent prognostizieren, dass diese gleich bleiben wird. Von einer sinkenden Bedeutung geht hingegen kein Teilnehmer aus.

Agenturen besser vorbereitet als Unternehmen

Während rund 80 Prozent der Befragten aus Agenturen angeben, sie wären gut oder sogar sehr gut in der Lage, ihren Kunden in Krisensituationen in Social Media-Netzwerken zu helfen, geben nur etwa ein Fünftel der Befragten aus den Unternehmen an, vorbereitete Pläne für solche Situationen zu haben.

Sofern vorgefertigte Maßnahmen in den Unternehmen überhaupt vorliegen, handelt es sich zumeist um Krisenpläne, das Vorhandensein speziell ausgebildeter Mitarbeiter oder Regelungen für die Freigabe von Blog-Beiträgen. Aber selbt in den so vorbereiteten Unternehmen liegt nur selten (etwa 30 Prozentl) eine Liste mit Kontaktinformationen von wichtigen Meinungsträgern im Web 2.0 vor. Vorbereitete Krisen-Websites haben sogar nur 20 Prozent dieser Firmen.

Fazit

Als Ergebnis der Studie bleibt festzuhalten, dass sich die meisten Unternehmen der Problematik durchaus bewusst sind, derzeit aber noch kaum adäquate Pläne haben, wie auf  Web 2.0- Krisensituationen reagieren sollen. Sie wären im konkreten Fall auf die Unterstützung von Agenturen angewiesen, die ihnen (nach eigenen Angaben) mit wirkungsvollen Maßnahmen helfen können. Bei den Unternehmen selbst besteht jedoch noch einiger Handlungsbedarf.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage, die mir vorliegen,  können bei Gartner Communications abgefordert werden.

Banken investieren in Social Media

Bank 2.0

BankDie Banken planen auch in Deutschland eine starke Ausweitung ihrer Social Media Aktivitäten. Die Studie Branchenkompass 2010 Kreditinstitute von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F-A.Z.-Institut kommt zu dem Ergebnis, dass 40 Prozent der Banken bis 2013 konkret Investitionen in sozialen Netzwerken vornehmen wollen.

Starke Priorität haben den Angaben zu folge bei den Kreditinstituten vor allem berufliche Netzwerke wie LinkedIn und Xing. Etwa ein Drittel der Institute will hier Geld investieren. Neben den beruflichen Netzwerken ist aber auch eine Ausweitung der Präsenz in privaten Social Networks wie StudiVZ oder Facebook geplant. Ein Viertel der Banken will hier künftig verstärkt investieren. Die Nutzung von Twitter als Vertriebsweg wurde von 16 Prozent der Befragten genannt.

Dabei täten einige Institute zunächst einmal gut daran, ihre Twitter-Accounts überhaupt mit Leben zu füllen. Bis zum heutigen Tag bietet beispielsweise das Twitter-Account der HypoVereinsbank ein trauriges Bild: keine einziger Tweet wurde bislang von dort gesendet.

Ausbau der Internetservices

Die Verstärkung des Engagements in Social Media ist Teil einer breit angelegten Vertriebsoffensive. Damit ergänzen sich die Ergebnisse des Branchenkompasses mit denen der Studie Bank und Zukunft 2010 von Fraunhofer IAO, die mir vorliegt. Nach deren Ergebnissen versuchen derzeit viele Banken, durch eine Intensivierung des Kundenmanagements das Vertrauen ihrer Kunden in die Bank und ihre Leistungen zu verbessern. Als eine der wichtigsten Maßnahmen wurde hier die Verbesserung der Kommunikationsqualität genannt.

Vier von fünf Banken gaben in der Fraunhofer-Studie an, die Weiterentwicklung der Services im Internet sei ein zentrales Investitionsfeld im Direktvertrieb ihrer Bank. Etwa 40 Prozent der Befragten planten in diesem Zusammenhang auch den Ausbau des Internetvertriebs zu einer virtuellen Filiale.

Auch wenn Facebook, Xing und Co. bisher noch nicht die Sicherheitsstandards für die Einführung echter Online-Bankdienste, wie beispielsweise Kontostandsabfragen oder Überweisungen erfüllen, hat das Beispiel der ASB Bank gezeigt, dass soziale Netzwerke auch heute schon gut von Banken für die Kommunikation mit Kunden und Interessenten genutzt werden können.

Artikel-Tipp: Markenführung in Social Media (hier im Blog)

Quelle der Angaben zum Branchenkompass: Pressemitteilung

Bild: eigenes Foto

Skype integriert Facebook

Skype
Skype

Die neue Windows-Version 5.0 von Skype ist nun erschienen und mit ihr auch eine erwartete Integration von Facebook (dieses Blog berichtete bereits). Zugleich wurde Skype mit der neuen Version auch optisch aufgefrischt. Mit der Integration von Facebook lassen sich nun sowohl die Facebook-Nachrichtendienste als auch das Telefonbuch komplett in Skype einbinden.

Skype 5.0 hat dazu einen neuen Facebook-Reiter. Dieser beinhaltet zwei Bereiche. Der Bereich Neuigkeiten zeigt den Newsflow aus dem persönlichen Netzwerk bei Facebook an. Statusmeldungen und Pinnwandeinträge werden in einer separaten Facebook-Leiste angezeigt.Auch eigene Status-Updates sind hier möglich.

Voraussetzung ist, dass der Nutzer Skype umfangreiche Zugriffsrechte auf das eigene Facebook-Konto einräumt. Dies beinhaltet sowohl den Zugriff auf persönliche Daten, als auch das Recht für Skype, selbst Nachrichten auf die Pinnwand zu posten. Laut Chip-online speichert Skype das Facebook-Passwort und zieht sich Daten auch dann, wenn man selbst gar nicht aktiv bei Facebook angemeldet ist. Ich denke diese Information ist wichtig zu wissen.

Im Bereich Telefonbuch werden alle Facebook-Freunde bei Skype in alphabetischer Reihenfolge angezeigt. Falls diese bei Facebook eine Telefonnummer hinterlegt haben, zeigt Skype auch diese. Festnetz- und Mobiltelefonnummern können dann direkt aus Skype angerufen werden – zu den bei Skype üblichen Preisen. Sofern ein Facebook-Freund auch Skype-User ist, kann er natürlich, wie bisher auch, direkt per VoIP per Skype kontaktiert werden.

Weiterhin gibt es eine neue automatische Wiederherstellung für Skype-Gepräche, die wegen schlechter Internet-Verbindungen unterbrochen wurden. Eine neue Videokonferenz für Gruppen ist derzeit nur als Test-Version verfügbar.

Skype 5.0 für Windows mit integrierter Facebook-Funktion steht bei Skype zum download bereit.

Quelle: Chip online

Skype-Logo: Inconfinder

Erste virtuelle Bankfiliale auf Facebook

Im September 2010 war es soweit. Die neuseeländische ASB Bank hat die erste Bankfiliale der Welt auf Facebook eröffnet. Sie geht damit weiter als andere Kreditinstitute, die lediglich Fan-Seiten auf Facebook unterhalten.

Social Banking 2.0

Bank 2.0Produkte werden derzeit (noch) nicht über die virtuelle Filiale vertrieben, sondern Informationen. Auf der Facebook-Seite der ASB Bank gibt es nämlich einen abgetrennten Chatroom, über den Facebook-User sieben Tage in der Woche zwischen acht Uhr morgens und neun Uhr abends (neuseeländischer Zeit) mit Bankmitarbeitern in Kontakt treten können.

Wie in der Realität steht diese virtuelle Filiale sowohl Kunden als auch Nicht-Kunden offen. Die Mitarbeiter, die für ein virtuelles Gespräch zur Verfügung stehen, sind entsprechend gekennzeichnet. Ein Klick auf einen freien Mitarbeiter öffnet den Chat. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Nach Angaben der ASB Bank hat niemand außer der Bank und dem Kunden Zugriff auf die Daten des Gesprächs. Das Gespräch wird auch nicht von Facebook selbst gespeichert.

Was ist neu?

ASB Bank auf facebookMan könnte einwenden, dass Chats nicht gerade zu den allerneuesten Internet-Innovationen gehören. Immerhin waren Chats schon sehr lange ein integraler Bestandteil des alten Web 1.0. Das neue an der virtuellen Filiale ist auch nicht der Chat an sich.

Neu ist vielmehr, dass die Bank damit aktiv ihren Kunden entgegen geht, dorthin, wo sich Kunden und potentielle Kunden im Internet aufhalten. Sie wartet also nicht passiv auf ihrer eigenen Website auf Besucher, sondern macht Menschen direkt „vor Ort“ bei Facebook ein Gesprächsangebot.

Auch wenn Facebook, Xing und Co. bisher noch nicht die Sicherheitsstandards für die Einführung echter Online-Bankdienste, wie beispielsweise Kontostandsabfragen oder Überweisungen erfüllen, zeigt der Vorstoß der ASB Bank, dass soziale Netzwerke durchaus schon heute für die Kommunikation mit Kunden und Interessenten genutzt werden können.

Viele Banken planen  bereits verstärkte Investitionen in Social Media. Es bleibt also abzuwarten, ob und wann auch deutsche Kreditinstitute diesem Beispiel folgen werden. Eventuell könnten hier sozial-ökologische Kreditinstitute wie beispielsweise die GLS Bank wieder eine Vorreiterrolle übernehmen.

Update 20.05.2011:

Möchte Sie wissen, welche Wirkung die virtuelle ASB-Filiale bei Facebook in Bezug auf Fans und Kontaktmöglichkeiten im ersten halben Jahr ihres Bestehens hatte? Dann lesen Sie hier im Blog weiter: Halbjahresbilanz der ASB-Filiale auf Facebook

Quelle: Visible Banking

Bilder/Grafik: eigene Erstellung/Screenshot

e-commerce auf Facebook

Facebook Logo

Werbung und Fanpages von Unternehmen gibt es auf FacebookTM schon länger. Nun starten auf den Fanpages aber auch die ersten Webstores, in denen direkt Produkte gekauft werden können.

Nachdem bereits DisneyTM und Sony PicturesTM den Verkauf von Kinotickets auf Facebook gestartet hatten, ist nun ein großer Player aus dem Konsumgüterbereich angetreten, einen Webstore auf seiner Fanseite zu installieren. Damit können nun auch physische Produkte direkt bestellt werden, ohne dass der User FacebookTM verlassen muss. Aber welchem Unternehmen hättet ihr eine solche first mover – Position zugetraut? Vielleicht AppleTM, NikeTM, AmazonTM oder Red BullTM? Weit gefehlt!

OK, AmazonTM ist immerhin daran beteiligt, verkauft dort aber bislang selbst keine Produkte. AmazonTM stellt vielmehr die e-commerce Plattform zu Verfügung, auf der der Webstore läuft. Das bedeutet, dass sowohl die Produktbeschreibungen, als auch -auswahl und der check out-Prozess über Amazon.com läuft. Der entscheidende Unterschied zwischen der FacebookTM-App und dem Standard-AmazonTM Webstore ist, dass der Store nun direkt in die Fanpage integriert ist, der Kunde FacebookTM für den Kaufprozess also gar nicht mehr verlassen muss.

Das Unternehmen, das dort jetzt über die Fanpage physische Produkte vertreibt, ist der US-amerikanische Konsumgüterriese Procter & GambleTM, der über FacebookTM nun Windeln seiner Marke PampersTM zum Verkauf anbietet. Warum Procter & GambleTM aus seinem riesigen Produktsortiment ausgerechnet Windeln als erstes Angebot bei FacebookTM ausgewählt hat, ist noch nicht bekannt.

Ein Zusammenhang ist allerdings mit dem Thema Online-Brand-Communities erkennbar. Auch hier war Procter & GambleTM bereits 2005 mit seiner Community Vocalpoint ein Vorreiter und auch hier gab es eine eindeutig anpeilte Zielgruppe: Mütter. Offensichtlich versucht P&G beim Start neuer Web 2.0 – Aktivitäten immer wieder gerade diese einflussreiche Kundengruppe ansprechen, bevor Angebote auch auf andere Zielgruppen ausgeweitet werden. Wie sonst ist es zu erklären, dass ausgerechnet Baby-Windeln als Versuchsballon ins Rennen geschickt werden und nicht beispielsweise Kartoffelchips der Marke PringlesTM.

Unabhängig von der Produktwahl lässt allerdings schon allein die Tatsache, dass nun über AmazonTM-Technologie Produkte auf einer Fanpage vertrieben werden, vermuten, dass dies einen großen Schritt in Richtung weiterer e-commerce-Angebote auf FacebookTM darstellen könnte.

Hier noch ein Screenshot des neuen PampersTM-Webstores auf FacebookTM (zum Vergrößern bitte anklicken).

Screenshot Pampers Facebookshop
Der erste Procter & Gamble Shop auf Facebook

Quelle: Mashable

Bildnachweise:

FacebookTM-Logo: iconspedia

Screenshot:             eigener Screenshot