Bank-Blogs: Von jungen Bankern lernen

Immer mehr Banken zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen setzen mittlerweile in der Kommunikation auf Blogs.

Während die meisten Blogs der Sparkassen und Banken redaktionell von deren Unternehmenskommunikations- Abteilungen betrieben werden, lassen immer mehr Häuser aber inzwischen auch ihre Jüngsten an die Tastatur: mit Azubi-Blogs.

Der Hybrid unter den Online-Kommunikationsmedien

Vom klassischen „Web-Tagebuch“ (Weblog) haben sich die heutigen Corporate Blogs inzwischen recht weit entfernt. Und doch profitieren sie noch immer von ihren Tagebuch-Wurzeln: Im Gegensatz zu meist statischen Websites zeichnen sich Blogs durch häufigere Aktualisierungen aus und bieten den Lesern so schnelle, neue, vor allem aber eben auch hintergründige Informationen.

Doch Blogs können noch viel mehr; ja sie sind geradezu wahre Alleskönner: Mit ihnen können nämlich nicht nur, nach alter Sender-Empfänger-Manier, Botschaften und Informationen verbreitet, sondern auch Diskussionen geführt werden. Ihre Kommentarfunktion ermöglicht schließlich auch Interaktionen mit der Leserschaft.

Die Kommentare können zudem systematisch auf Kritik untersucht werden und bieten so Ansatzpunkte für Verbesserungen. Durch Abonnement-Funktionen wie RSS- oder E-Mail-Abos bieten Weblogs außerdem die Möglichkeit, mit den Lesern regelmäßig und unaufdringlich in Kontakt zu bleiben. Blogs vereinen also die Eigenschaften vieler anderer Online-Kommunikationsdienste und bündeln sie zu einer einzigen Kommunikationsplattform.

Das anonyme Gebäude öffnen

Blogs: Chancen und Grenzen
Chancen und Grenzen von Blogs (für eine größere Darstellung bitte klicken)

Durch eine interessante Themensetzung kann ein Blog maßgeblich dazu beitragen, den Aufbau von Vertrauen und Vertrautheit zu fördern, was insbesondere für Banken und Sparkassen von besonderer Bedeutung ist.

Indem das Blog zentrale Akteure der Bank vorstellt, über laufende Vorhaben und geplante Aktionen oder Veranstaltungen berichtet und einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht, kann es dazu beitragen, die häufig als „anonymes Gebilde“ empfundene Bank ein Stück weit zu öffnen und für Transparenz zu sorgen. Da die Autoren der Beiträge zumeist namentlich genannt werden, ist zudem ein besseres Kennenlernen von Autoren und Stammlesern möglich.

Vorsicht ist die Mutter des klassischen Bank-Blogs

Vielen Bank-Blogs merkt man allerdings noch immer an, dass dieses Medium neu für die Bank ist und scheinbar nicht so recht in das vertraute Sender-Empfänger-Schema passen will, das jahrzehntelang in der Unternehmenskommunikation vorherrschte. Entsprechend vorsichtig ist die thematische Ausrichtung vieler Blogs: meist sind es fach- und produktspezifische Themen, historische Geschichten zur Bank oder regionales, die die Blog-Agenda bestimmen. Die Volksbank Mittelhessen hat immerhin die Mitglieder ihrer Bank zum Kernthema erkoren. Doch auch ihr Mehrhaber-Blog liest sich eher wie die Online-Variante eines gedruckten Mitgliedermagazins.

Azubi-Blogs: Mehr als eine Spielwiese

Sparda Bank SW Azubi-BlogEin Genre von Bank-Blogs ist mir in den letzten Wochen allerdings auch besonders positiv aufgefallen: die Azubi-Blogs.

Immer mehr, insbesondere regionale, Banken und Sparkassen gehen dazu über, ihren Azubis eine eigene Kommunikationsplattform im Web 2.0 zu geben.  Und egal ob direkt in das Blog der Bank eingebunden, wie bei der Sparkasse Mittelthüringen, oder unter eigenen Domains, wie beispielweise das Blog Vobazubis, die Azubi-Blogs sind weit mehr als nur eine Spielwiese für die „Kleinen“. Als besonders gelungenes Beispiel möchte ich an dieser Stelle das Azubi-Blog der Sparda Bank Südwest (Mainz/Saarbrücken) vorstellen.

Auf Tuchfühlung mit der Sparda Bank

Das Azubi-Blog der Sparda Bank SW ist ein wirklich sehr aktiv gepflegtes Blog der Sparda-Auszubildenden. Hier berichten sie von den ersten Tagen in der Bank und ihrer Ausbildung, schlüpfen aber auch mal in die Rolle des Kunden oder stellen ihre Filialen und die dazugehörigen Geschäftsgebiete vor. Besonders gelungen finde ich dabei die Interviews, die die Azubis mit Mitarbeitern aus verschiedenen Geschäftsbereichen machen. Denn hier menschelt es so richtig.

Da bietet eine Kundenbetreuerin auch schon mal einen kleinen Einblick in ihr Privatleben und selbst der Vorstand erzählt im Interview, dass er eigentlich nur durch das Jobben neben dem Studium zur Bank gekommen ist. Genau so etwas macht die Bank menschlich. Für Familienangehörige und Freunde der Azubis, für junge Menschen in der Region, aber natürlich auch für (potenzielle) Kunden und Mitglieder, genau wie für Sie und für mich. Hier wird wirklich ein kleiner Blick hinter die Kulissen gewährt.

Dank „Welpenschutz“ zu mehr Frische und Authentizität

Natürlich ist nicht alles absolut perfekt durchgestilt, wie bei den Profi-Kommunikatoren der Banken. Aber gerade das, und auch der Spass und Enthusiasmus, den die Auszublidenden beim bloggen haben, macht ja den Charme von Azubi-Blogs aus. Als Auszubildende genießen sie  beim Leser eben auch einen gewissen „Welpenschutz“ und gerade damit gelingt es ihnen wunderbar, die Bank zu öffnen und sympathisch und authentisch darzustellen.

Fazit: Azubi-Blogs sind eine große Chance für Banken und Sparkassen. Mit dem Charme des Nicht-Perfekten und der damit verbundenen Authentizität können sicher sehr viele Sympathien geweckt werden. Auch das Fuchsblog der Bausparkasse Schwäbisch Hall berichtete übrigens bereits über das Sparda-SW-Azubi-Blog.

Literatur-Empfehlungen zum Thema Blogs:

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Bildquellen: Foto: „Bloggen bis die Finger wehtun“: Gerd Altmann/Pixelio.de, „Azubi-Blog Sparda SW“: eigener Screenshot, Grafik „Chancen und Grenzen von Blogs“: © Matthias Schubert

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