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Nachhaltiges Potenzial für Social Banking

Sozio-ökologische Kreditinstiute wie GLS Bank, Ethikbank, Umweltbank und Triodos Bank weisen seit einigen Jahren Wachstumsraten zwischen 20 und 30 Prozent aus. Sie gehören damit zu den am stärksten wachsenden Bankengruppen in Deutschland. Doch welches Potenzial hat das Social Banking? Wo liegen die Grenzen des Wachstums und welche Faktoren stellen Barrieren dar?

Eine neue Studie über Social Banking gibt Antworten auf diese Fragen.

Abwanderungsgefahr für konventionelle Banken

Trotz der starken Wachstumsraten der sozio-ökologischen Banken betrug ihr Marktanteil im deutschen Retail Banking gegen Ende des Jahres 2011 gerade einmal 0,2 Prozent (rund 230.000 Kunden). Die gemeinsam von der Beratungsgesellschaft zeb, der Alanus Hochschule, sowie der plus Marktforschung durchgeführte neue Marktstudie „Social Banking Study 2012“ geht jedoch von einem Gesamtpotenzial in Höhe von etwa 16,2 Mio. Menschen in Deutschland aus, die an sozial-ökologischen Bankprodukten in Deutschland interessiert sein können.

Dabei differenziert die Studie zwischen etwa 3 Mio. Kunden, die eine stark ausgeprägte Affinität zu sozial-ökologischen Produkten haben und etwa 13,2 Mio. Kunden, die eine etwas moderatere Nachhaltigkeitsorientierung aufweisen. Diese zweite Gruppe gehört zu einer aufgekärten Bildungselite und  zeichnet sich durch deutlich überdurchschnittliche Einkommen aus.

Zudem wurde innerhalb dieser beiden Kundengruppen ein Kernpotenzial von etwa 7,3 Mio. Menschen identifiziert, das nur eine schwache Loyalität zur jeweiligen Hausbank aufweist. Dieses Segment stellt damit eine recht akute Abwanderungsgefahr besonders ertragsstarker Kunden für konventionelle Banken und Sparkassen dar.

Größte Wechselbarriere: mangelnde Kenntnis

Angesichts des dargestellten Potenzial stellt sich die Frage, warum der Marktanteil der sozio-ökologischen Institute derzeit allerdings noch immer so gering ist. Auch hierauf liefert die Studie Antworten. Die entscheidende Hürde, die eine größere Nachfrage nach Social Banking derzeit noch verhindert, ist schlicht eine weit verbreitete Unkenntnis der entsprechenden Angebote. So antworteten 72 Prozent der befragten Zielgruppenmitglieder, sie hätten noch nie etwas von ethisch-sozialen Banken gehört.

Wechselhürden im Social Banking
Wechselhürden im Social Banking

Da zu erwarten ist, dass sozial-ökologische Bankangebote in Zukunft eine noch stärkere mediale Aufmerksamkeit genießen werden, ist davon auszugehen, dass mit einem zunehmenden Kenntnisstand auch die Nachfrage weiter ansteigen wird. Der Studie zufolge könnten sich nämlich nahezu alle Mitglieder der sozial-ökologisch affinen Zielgruppen einen Wechsel der Bankverbindung vorstellen, nachdem ihnen die Funktionsweise der Nachhaltigkeitsbanken erklärt wurde.

Literatur-Tipps zum Thema:

Quellen:

zeb/alanus Managemt Summary Social Banking Study 2012

Grafikquelle: © Matthias Schubert, Bildquelle: Uschi Dreiucker/pixelio.de

Ein Gedanke zu „Nachhaltiges Potenzial für Social Banking“

  1. Dieser Artikel hat etwas interessantes bewirkt: und zwar habe ich mir gerade überlegt, warum ich eigentlich seit Jahren, Kunde der Deutschen Bank bin. Die Assoziationen mit der Deutschen Bank Marke sind negativ (obwohl ich ja die Angewohnheit von Anschu Jain, immer einen Rucksack zu tragen, sehr sympathische finde). Zumindest in meinen Augen. Aber gefühlt ist die Meinung in weiten Teilen des Mainstreams ähnlich. Also warum sich weiter mit der Marke assozieren? Ein Blick auf obige Ergebnisse verrät einem die Gründe. Diese Institute müssten also ein wenig mehr in Marketing investieren. Den Brand Reach steigern. Erheblich. Das ist heutzutage mit Kreativität und Ausdauer, für relativ wenig Geld, machbar.

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