Bankenwerbung in der Finanzkrise

Analyse des Einflusses der Bankenwerbung auf das Kundenvertrauen 

Studie Bankenwerbung in der FinanzkriseDie globale Finanzkrise hat enorme Werte vernichtet. Der Bankensektor gehört dabei zu den Branchen, die am härtesten getroffen wurden. In meiner neuen wissenschaftlichen Studie (Juli 2010) habe ich untersucht, welchen Einfluss die Werbung von Banken und Sparkassen in der Finanzkrise auf das Vertrauen der Kunden hatte. Ich freue mich, Ihnen diese Studie hier im Finanzmarketing-Blog vorstellen zu können. Weiterlesen

Suchmaschinen und lokaler Handel

GoogleRegionale Suchmaschinenoptimierung, beispielsweise für Google, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bereits heute sind schon 30 Prozent aller Suchanfragen in Deutschland  regionaler Natur. Pro Minute wird in Deutschland etwa 32.600 mal bei Google nach lokalen Themen gesucht. 500.000 Menschen bestellen monatlich beispielsweise in Deutschland online Pizza. Diese beeindruckenden Zahlen präsentierte Johannes Huber, Mitarbeiter von Google in Irland, bei seinem interessanten Vortrag „Suchmaschinen und lokaler Handel“ Ende September bei ecomm in Berlin.

Google Universal Search und Google Maps

Zwei Drittel aller lokalen Suchanfragen werden online gestartet, darunter 41 Prozent über eine Suchmaschine und 21 Prozent über Online-Branchenverzeichnisse. Besondere Bedeutung erhält die lokale Suche durch die immer häufigere Einblendung der Universal Search Ergebnisse bei Google sowie die Einblendung der regionalen Google Maps. Diese Suchergebnisse erscheinen meist an sehr prominenter Stelle auf der ersten Seite der Ergebnisse und werden damit als hochrelevant eingestuft. Die Daten dazu generiert Google unter anderem aus der Endung der Domain (.de, .fr, .co.uk), dem Stadtnamen in der Suchanfrage und dem Standort des Computers bzw. Mobiltelefons (IP-Adresse, GPS).

Die Daten für die Ergebisse in Google Maps stammen aus Branchenverzeichnissen, sog. „erweiterten Inhalten“ (dies können Bewertungen, Fotos usw. sein) und anderen Websites. Doch auch der Unternehmer selbst hat einen großen Einfluss auf seine Darstellung in Google Maps. Dazu muss er genaue Angaben über sein Unternehmen in Google Places machen. Wichtig sind dabei vor allem Adressen, Telefonnummern, Öffnungszeiten, Fotos, Videos und natürlich die Angabe der eigenen Website. Sowohl Eintragung als auch Aktualisierung sind kostenlos. Im Dashboard kann der Unternehmer zudem sehen, wie viele User seinen Eintrag gesehen haben und wie sie ihn gefunden haben. Auch dieser Service von Google ist kostenlos. Beispiele und Screenshots hierzu sind auf den Präsentationsfolien zu sehen, die am Ende dieses Artikels heruntergeladen werden können.

Selbstverständlich wies Herr Huber auch noch auf die Möglichkeit (kostenpflichtiger) Google AdWords-Anzeigen mit lokalem Bezug hin. Aber er ist eben Mitarbeiter von Google und da sei es ihm verziehen, wenn er für seinen Arbeitgeber auch noch ein bißchen Werbung macht.

Im zweiten Teil meines Berichts über die Veranstaltung erfahren Sie Tipps von SEO-Profi Herbert Hartung (isa-media GmbH) zur (lokalen) Suchmaschinenoptimierung.

AdobeDer Foliensatz zum Google-Vortrag von Johannes Huber steht hier als pdf-Datei zum download bereit.

Grafik-Quelle (Google-Logo): findicons

Skype integriert Facebook

Skype
Skype

Die neue Windows-Version 5.0 von Skype ist nun erschienen und mit ihr auch eine erwartete Integration von Facebook (dieses Blog berichtete bereits). Zugleich wurde Skype mit der neuen Version auch optisch aufgefrischt. Mit der Integration von Facebook lassen sich nun sowohl die Facebook-Nachrichtendienste als auch das Telefonbuch komplett in Skype einbinden.

Skype 5.0 hat dazu einen neuen Facebook-Reiter. Dieser beinhaltet zwei Bereiche. Der Bereich Neuigkeiten zeigt den Newsflow aus dem persönlichen Netzwerk bei Facebook an. Statusmeldungen und Pinnwandeinträge werden in einer separaten Facebook-Leiste angezeigt.Auch eigene Status-Updates sind hier möglich.

Voraussetzung ist, dass der Nutzer Skype umfangreiche Zugriffsrechte auf das eigene Facebook-Konto einräumt. Dies beinhaltet sowohl den Zugriff auf persönliche Daten, als auch das Recht für Skype, selbst Nachrichten auf die Pinnwand zu posten. Laut Chip-online speichert Skype das Facebook-Passwort und zieht sich Daten auch dann, wenn man selbst gar nicht aktiv bei Facebook angemeldet ist. Ich denke diese Information ist wichtig zu wissen.

Im Bereich Telefonbuch werden alle Facebook-Freunde bei Skype in alphabetischer Reihenfolge angezeigt. Falls diese bei Facebook eine Telefonnummer hinterlegt haben, zeigt Skype auch diese. Festnetz- und Mobiltelefonnummern können dann direkt aus Skype angerufen werden – zu den bei Skype üblichen Preisen. Sofern ein Facebook-Freund auch Skype-User ist, kann er natürlich, wie bisher auch, direkt per VoIP per Skype kontaktiert werden.

Weiterhin gibt es eine neue automatische Wiederherstellung für Skype-Gepräche, die wegen schlechter Internet-Verbindungen unterbrochen wurden. Eine neue Videokonferenz für Gruppen ist derzeit nur als Test-Version verfügbar.

Skype 5.0 für Windows mit integrierter Facebook-Funktion steht bei Skype zum download bereit.

Quelle: Chip online

Skype-Logo: Inconfinder

Suchmaschine Bing integriert Facebook

Bing
Bing

Facebook und Microsoft haben heute bekannt gegeben, dass die Suchmaschine Bing von Mircosoft mit Facebook verknüpt wird. Mit der neuen Kombination sollen die Suchergebnisse von Bing durch eine stärkere Personalisierung („soziale Suche“) in Zukunft verfeinert werden. Damit soll sich sowohl die Suche nach Personen als auch die Suche nach anderen Resultaten verbessern. Und natürlich soll das -ganz nebenbei versteht sich- natürlich auch am Thron des langjährigen Suchmaschinenkönigs Google kratzen.

Auch wenn das, angesichts der Übermacht von Google, weiterhin schwierig sein dürfte, könnte Bing doch dank Imagetransfer von Facebook profitieren. Dadurch wirkt die Suchmaschine doch gleich etwas frischer und hipper. Worum geht es aber nun konkret bei der neuen Zusammenarbeit von Facebook und Bing?

„Soziale Suchergebnisse“

Die Idee, die dahinter steckt ist folgende: Gab man bislang in eine Suchmaschine beispielsweise „Rüdiger Hoffmann“ ein, so kamen unweigerlich zunächst die Ergebnisse zu dem bekannten Comedian. Vielleicht suchte man aber gar nicht nach ihm, sondern nach einem ganz nomalen Mitbürger mit dem gleichen Namen. Die Ergebnisse waren also nicht sofort zielführend. Künftig sollen, dank der Verknüpfung mit Facebook, nun bei Bing auch Ergebnisse erscheinen, die sich aus den sozialen Verbindungen des Suchenden bei Facebook ergeben.

Ergibt sich also, um im Beispiel zu bleiben, dass ein Rüdiger Hoffmann im eigenen sozialen Netzwerk bei Facebook verknüpft ist, so werden auch Ergebnisse zu ihm bei Bing angezeigt. Allerdings muss dieser Rüdiger Hoffmann zuvor in den Einstellungen seines Profils bei Facebook eine solche öffentliche Suche auch zugelassen haben.

„Gefällt mir“-Resultate

Interessanter könnte die neue Verbindung bei der Suche nach Produkten, Restaurants oder sonstigen Dienstleistungen werden. Hier soll der Suchende künftig in seinen Suchergebnissen angezeigt bekommen, wenn jemand aus seinem Facebook-Freundeskreis in der Vergangenheit den „Gefällt mir“-Button bei einem entsprechenden Suchergebnis geklickt hat. An dieser Stelle beginnt Social Media wirklich lebendig zu werden. Denn ein Suchergebnis, das mir anzeigt, dass ein Bekannter von mir dieses mag, kommt einer echten Empfehlung gleich. Es ist wie ein bookmark, ein Lesezeichen, im Web, wie wir es auch von Mister Wong und anderen Seiten kennen. Der entscheidende Unterschied aber ist, dass es ein bookmark von einem Freund ist, den ich kenne. Ich kann seine Meinung also viel besser einschätzen, als die eines mir unbekannten anderen Users.

Dadurch werden Suchergebnisse greifbarer, ja wertvoller. Eigentlich fehlt jetzt nur noch ein „Gefällt mir nicht“-Button. Dann könnten auch negative Erfahrungen von Freunden in den Suchergebnissen dokumentiert werden. Aber soweit ist Facebook noch nicht und womöglich wird dieser Button auch nie kommen, denn kein Anbieter hätte natürlich Interesse an solchen Hinweisen von Freunden. Konsequent wäre er dennoch. Ich denke aber, dass auch die Funktion des „Gefällt mir“ sich als wirklich hilfreich in Suchergebnissen erweisen kann und mehr Zukunftspotential in sich birgt, als die neue „soziale“ Personensuche. Überhaupt macht die Suche nach Personen bei Bing derzeit wohl nur etwa vier Prozent der Anfragen aus.

Dies soll nur ein kurzer Vorabbericht und eine erste Meinung zu diesem top-aktuellen Themen gewesen sein, ohne schon tiefer in die Materie einzusteigen. Diskussionsstoff birgt es allemal. Vorhin las ich beispielsweise sogar schon den Kommentar „this is the Binginning of the end of facebook“.

Weitere Infos, Beispiele und Bilder gibt es auf den (englischsprachigen) Info-Seiten von Facebook und Bing zum Thema.

Infos von Bing gibt es hier

Infos von Facebook gibt es hier

Was haltet ihr von dieser neuen Kooperation? Werdet ihr eine öffentliche Suche in eurem Facebook-Profil gestatten? Sind für euch Suchergebnisse, bei denen eure Freunde den „gefällt mir“-Button geklickt haben hilfreicher? Ich freue mich auf Kommentare und Anmerkungen.

Quelle: Mashable

Grafik-Quelle: iconspedia

Erste virtuelle Bankfiliale auf Facebook

Im September 2010 war es soweit. Die neuseeländische ASB Bank hat die erste Bankfiliale der Welt auf Facebook eröffnet. Sie geht damit weiter als andere Kreditinstitute, die lediglich Fan-Seiten auf Facebook unterhalten.

Social Banking 2.0

Bank 2.0Produkte werden derzeit (noch) nicht über die virtuelle Filiale vertrieben, sondern Informationen. Auf der Facebook-Seite der ASB Bank gibt es nämlich einen abgetrennten Chatroom, über den Facebook-User sieben Tage in der Woche zwischen acht Uhr morgens und neun Uhr abends (neuseeländischer Zeit) mit Bankmitarbeitern in Kontakt treten können.

Wie in der Realität steht diese virtuelle Filiale sowohl Kunden als auch Nicht-Kunden offen. Die Mitarbeiter, die für ein virtuelles Gespräch zur Verfügung stehen, sind entsprechend gekennzeichnet. Ein Klick auf einen freien Mitarbeiter öffnet den Chat. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Nach Angaben der ASB Bank hat niemand außer der Bank und dem Kunden Zugriff auf die Daten des Gesprächs. Das Gespräch wird auch nicht von Facebook selbst gespeichert.

Was ist neu?

ASB Bank auf facebookMan könnte einwenden, dass Chats nicht gerade zu den allerneuesten Internet-Innovationen gehören. Immerhin waren Chats schon sehr lange ein integraler Bestandteil des alten Web 1.0. Das neue an der virtuellen Filiale ist auch nicht der Chat an sich.

Neu ist vielmehr, dass die Bank damit aktiv ihren Kunden entgegen geht, dorthin, wo sich Kunden und potentielle Kunden im Internet aufhalten. Sie wartet also nicht passiv auf ihrer eigenen Website auf Besucher, sondern macht Menschen direkt „vor Ort“ bei Facebook ein Gesprächsangebot.

Auch wenn Facebook, Xing und Co. bisher noch nicht die Sicherheitsstandards für die Einführung echter Online-Bankdienste, wie beispielsweise Kontostandsabfragen oder Überweisungen erfüllen, zeigt der Vorstoß der ASB Bank, dass soziale Netzwerke durchaus schon heute für die Kommunikation mit Kunden und Interessenten genutzt werden können.

Viele Banken planen  bereits verstärkte Investitionen in Social Media. Es bleibt also abzuwarten, ob und wann auch deutsche Kreditinstitute diesem Beispiel folgen werden. Eventuell könnten hier sozial-ökologische Kreditinstitute wie beispielsweise die GLS Bank wieder eine Vorreiterrolle übernehmen.

Update 20.05.2011:

Möchte Sie wissen, welche Wirkung die virtuelle ASB-Filiale bei Facebook in Bezug auf Fans und Kontaktmöglichkeiten im ersten halben Jahr ihres Bestehens hatte? Dann lesen Sie hier im Blog weiter: Halbjahresbilanz der ASB-Filiale auf Facebook

Quelle: Visible Banking

Bilder/Grafik: eigene Erstellung/Screenshot

e-commerce auf Facebook

Facebook Logo

Werbung und Fanpages von Unternehmen gibt es auf FacebookTM schon länger. Nun starten auf den Fanpages aber auch die ersten Webstores, in denen direkt Produkte gekauft werden können.

Nachdem bereits DisneyTM und Sony PicturesTM den Verkauf von Kinotickets auf Facebook gestartet hatten, ist nun ein großer Player aus dem Konsumgüterbereich angetreten, einen Webstore auf seiner Fanseite zu installieren. Damit können nun auch physische Produkte direkt bestellt werden, ohne dass der User FacebookTM verlassen muss. Aber welchem Unternehmen hättet ihr eine solche first mover – Position zugetraut? Vielleicht AppleTM, NikeTM, AmazonTM oder Red BullTM? Weit gefehlt!

OK, AmazonTM ist immerhin daran beteiligt, verkauft dort aber bislang selbst keine Produkte. AmazonTM stellt vielmehr die e-commerce Plattform zu Verfügung, auf der der Webstore läuft. Das bedeutet, dass sowohl die Produktbeschreibungen, als auch -auswahl und der check out-Prozess über Amazon.com läuft. Der entscheidende Unterschied zwischen der FacebookTM-App und dem Standard-AmazonTM Webstore ist, dass der Store nun direkt in die Fanpage integriert ist, der Kunde FacebookTM für den Kaufprozess also gar nicht mehr verlassen muss.

Das Unternehmen, das dort jetzt über die Fanpage physische Produkte vertreibt, ist der US-amerikanische Konsumgüterriese Procter & GambleTM, der über FacebookTM nun Windeln seiner Marke PampersTM zum Verkauf anbietet. Warum Procter & GambleTM aus seinem riesigen Produktsortiment ausgerechnet Windeln als erstes Angebot bei FacebookTM ausgewählt hat, ist noch nicht bekannt.

Ein Zusammenhang ist allerdings mit dem Thema Online-Brand-Communities erkennbar. Auch hier war Procter & GambleTM bereits 2005 mit seiner Community Vocalpoint ein Vorreiter und auch hier gab es eine eindeutig anpeilte Zielgruppe: Mütter. Offensichtlich versucht P&G beim Start neuer Web 2.0 – Aktivitäten immer wieder gerade diese einflussreiche Kundengruppe ansprechen, bevor Angebote auch auf andere Zielgruppen ausgeweitet werden. Wie sonst ist es zu erklären, dass ausgerechnet Baby-Windeln als Versuchsballon ins Rennen geschickt werden und nicht beispielsweise Kartoffelchips der Marke PringlesTM.

Unabhängig von der Produktwahl lässt allerdings schon allein die Tatsache, dass nun über AmazonTM-Technologie Produkte auf einer Fanpage vertrieben werden, vermuten, dass dies einen großen Schritt in Richtung weiterer e-commerce-Angebote auf FacebookTM darstellen könnte.

Hier noch ein Screenshot des neuen PampersTM-Webstores auf FacebookTM (zum Vergrößern bitte anklicken).

Screenshot Pampers Facebookshop
Der erste Procter & Gamble Shop auf Facebook

Quelle: Mashable

Bildnachweise:

FacebookTM-Logo: iconspedia

Screenshot:             eigener Screenshot

eComm-Berlin: Suchmaschinenoptimierung

Vorankündigung:

Ich werde morgen, am Donnerstag, den 30.9.2010 an der eComm – Veranstaltung „Lokale Suchmaschinenoptimierung“ in Berlin teilnehmen.

Laut Veranstalter werden dort auch Experten von GoogleTM direkt vor Ort sein und Vorträge halten, sowie für Fragen zur Verfügung stehen.

Mein Bericht über den Vortrag von Johannes Huber, Mitarbeiter von Google in Irland, inklusive seines Foliensatzes, findet ihr hier.

Gerüchte über Kooperation zwischen Skype und Facebook

Skype Facebook -Logos
Facebook + Skype

Wie das Blog All Things Digital (ATD) heute unter Hinweis auf gut unterrichtete Quellen berichtet, steht in Kürze womöglich die Bekanntgabe einer weitreichenden Kooperation zwischen FacebookTM und dem Voice over IP-Anbieter (VoIP) SkypeTM bevor.

Die Verbindung zwischen SkypeTM und FacebookTM könnte es FacebookTM – Freunden ermöglichen, künftig über SkypeTM per Video-Chat, VoIP oder sms zu kommunizieren.

Die Partnerschaft würde die Kommunikations-Möglichkeiten bei FacebookTM stark ausweiten und für SkypeTM eine Erweitereung seiner derzeit etwa 124 Millionen Nutzer um bis zu 500 Millionen-FacebookTM -Nutzer bedeuten.

Dem Bericht zur Folge soll die Kombination mit dem in ein paar Wochen erwarteten Ende der Beta-Phase der SkypeTM-Version 5.0 möglich werden.

Ich werde beobachten was an den Gerüchten dran ist und darüber berichten.

Quelle und Originaltext: ATD

Bildquelle Logos: Iconspedia

Buchbesprechung / Rezension: Die Ich-Sender. Das Social Media Prinzip

Buch: Die Ich-Sender
Cover "Die Ich-Sender"

Auf dem Buchrücken wirbt der Business Village Verlag verheißungsvoll: „Eines der wohl meistgelesenen Bücher zu Social Media und Web 2.0“.  Die Tatsache, dass vor mir bereits die dritte Auflage dieses Buches liegt, das erst vor etwa einem Jahr erschienen ist, scheint die Beliebtheit das Buches zu bestätigen. Der Amazon-Verkaufsrang ist ebenfalls beeindruckend: Derzeit steht das Buch auf Platz 4 in der Kategorie „Online-Marketing“.

Auch der Autor, Wolfgang Hünnekens, hat einiges an Reputation zu bieten: Gründer des Institute of Electronic Business, Gastdozent für digitale Kommunikation an der Universität der Künste Berlin und Universität St. Gallen und Mitinhaber der Agentur Publicis Berlin. Eine Menge Vorschusslorbeeren also für dieses Buch und Gründe genug, es einmal etwas näher zu betrachten.

Bereits am Anfang des Buches gibt der Autor dem Leser zwei Versprechungen mit auf den Weg: Wenn er das Buch zu Ende gelesen und die vorgestellten Tipps umgesetzt hat, solle er in der Lage sein, bei der Planung seiner eigenen Social Media Strategie präzise vorzugehen. Kurz darauf wird ihm dann vesprochen, dass sich das Buch nur auf die Highlights des Social Media Marketing beschränken würde.

Um es vorweg zu nehmen: dieses gut 150 Seiten starke Taschenbuch hält sich an das zweite „Versprechen“ und konzentriert sich tatsächlich (nur) auf die wesentlichen Schwerpunkte. Es ist in einer, auch für den Laien, verständlichen Sprache geschrieben und lässt sich leicht und schnell lesen. Dem Neueinsteiger verschafft es ein gutes Verständnis für Social Media, die Kultur des Web 2.0 und erklärt Aufbau und Funktion der wesentlichen Tools. Der Leser erhält einen Überblick über Foren, Newsletter, Communities, Blogs, Twitter und Podcasting.

Sehr angenehm ist auch, dass hier ein deutscher Autor am Werk war. Während  beispielsweise das Buch „Socialnomics“ von Erik Qualman voll von US-amerikanischen Beispielen ist, die der deutsche Leser teilweise eher schlecht nachvollziehen kann, werden für die Beispiele in „Die Ich-Sender“ meist vertraute Unternehmen wie BMW, Volkswagen oder Lufthansa verwendet.

Der Ansatz dieses Buches ist also gar nicht schlecht. Leider ist das Buch aber eben auf nur etwa 150 Seiten im Taschenbuchformat beschränkt. Das Phänomen Social Media ist dafür jedoch viel zu komplex. So werden die meisten Themen leider nur am Rande gestreift, wie beispielsweise auch Crowd Sourcing und Social Newssites. Immerhin für Twitter gibt es einen etwas ausführlicheren „3-Stufen-Plan“ und auch das Thema „Blogger-Relations“ wird etwas intensiver behandelt.

Fazit: Wer sich schon etwas länger mit dem Thema Social Media beschäftigt und bereits das eine oder andere Werk darüber gelesen hat, wird in diesem Buch nicht viel neues finden können. Auch die am Ende dargestellten Tools bringen keine wirklich neuen Erkenntnisse, es handelt sich dabei eher um die üblichen Mainstream-Tools.

Das Buch bietet dem Einsteiger einen Überblick über Social Media und die Web 2.0-Kultur. Nicht mehr und auch nicht weniger. Das Versprechen, danach bereits fit genug zu sein, um eine eigene Social Media Strategie planen zu können, halte ich jedoch für gewagt.

Ob es lohnt, 17,90 Euro für ein (Taschen-) Buch zu bezahlen, das nach dem Lesen mit ziemlicher Sicherheit im Bücherregal verstauben wird, überlasse ich jedem selbst.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich es aus der Bibliothek der UdK ausgeliehen habe und nun auch wieder zurückbringen kann. Das sollte ich auch bald tun, denn derzeit warten immerhin schon fünf (!) Vormerker sehnsüchtig darauf. Noch vor vier Wochen stand es dort einfach im Regal… ein Zeichen, dass das Thema Social Media wohl immer mehr Menschen ansteckt.

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