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QR-Codes mit Mehrwert

„Link ins Leere“ lautete vor einiger Zeit der Titel eines Artikels im Handelsblatt. Gemeint waren QR-Codes, jene kleinen schwarz-weiß karierten Quadrate, die sich immer häufiger auf Werbeplakaten, Broschüren und Zeitungsanzeigen finden. In Deutschland ist deren Nutzungsakzeptanz allerdings sehr gering. Deutsche Konsumenten wollen die Würfelmuster nicht einscannen, zumindest nicht, wenn sich dahinter nur Werbung verbirgt. QR-Codes müssen daher schon einen Mehrwert bieten.

Lächerlich geringe Quote

Gemäß einer Studie des E-Commerce-Centers Handel haben nur 18,1 Prozent der Befragten jemals einen QR-Code genutzt. Der im Handelsblatt-Artikel zitierte Inhaber der Agentur Sinner Schrader, Matthias Schrader, bezeichnet diese Quote als „lächerlich“ und führt weiter aus: „QR-Codes spielen im mobilen Alltag keine Rolle. Sie schaden nichts, aber man darf auch nichts erwarten.“*

QR_Code_Haltestelle
Nützlicher QR-Code an einer Bushaltestelle

Häufiger werden QR-Codes nur gescannt, wenn ihre Nutzung einen echten Mehrwert verspricht. So können sie auf Lebensmittelverpackungen beispielsweise Auskunft über die Herkunft von Fleischprodukten geben. Auch in Museumsbröschüren können Codes zusätzliche Informationen bieten.

Sehr praktisch sind die Codes auch an Bushaltestellen. Im Gegensatz zu den gedruckten Fahrplänen zeigt die mobile Website des Verkehrsunternehmens dann nämlich die wahre Ankunftszeit des Busses an der Haltestelle an.

QR-Codes können IBAN den Schrecken nehmen

Spätestens wenn am 1. Februar 2014 im Rahmen der SEPA-Umstellung die IBAN zur Pflicht wird, werden sicher viele Bankkunden beim Bezahlen von Rechnungen leise „IBAN der Schreckliche“ stöhnen. Bei Überweisungen müssen sie ab diesem Datum das 22-stellige Ungetüm nämlich immer in die Eingabemaske des Online-Banking eingeben.

Hier bietet die Banking-App „vr.de“ der Volksbanken und Raiffeisenbanken künftig per QR-Code-Scan einen echten Mehrwert: Die Nutzer haben mit ihr die Möglichkeit, auf Rechnungen angebrachte QR-Codes einfach mit dem Smartphone oder Tablet zu scannen. Die App zeigt daraufhin eine vollständig ausgefüllte Überweisungsmaske, die nur noch per TAN freigegeben werden muss. So können QR-Codes in Banking-Apps IBAN den Schrecken nehmen und einen echten Mehrwert für den Bankkunden darstellen. Weitere Informationen zur QR-Code-Funktion der vr.de-App können Sie einer Pressemitteilung der FIDUCIA entnehmen

*Handelsblatt Print-Ausgabe vom 11./12./13. Oktober 2013 Seite 22

Bildquellen dieses Artikels: Smartphone mit QR-Code: © FIDUCIA IT AG, Bushaltestelle mit QR-Code:  © Matthias Schubert (Blog-Betreiber)

4 Gedanken zu „QR-Codes mit Mehrwert“

  1. Das ganze ist doch sehr einseitig betrachtet bzw. hier ist doch das Henne-Ei-Problem vorhanden.
    QR-Codes setzen grundsätzlich erstmal entsprechende mobile Endgeräte (Smartphones) voraus, welche ja erst die „herkömmlichen Handys“ verdrängen müssen.
    Sodann sind vorinstallierte Apps teilweise notwendig, da die User großteils sich damit nicht auskennen usw.
    (Randnotiz: NFC hat aktuell/heute die gleichen Probleme wie QR-Codes, vor Jahren)

    Sollte dies Basis (Handwerkzeug) nun vorhanden sein, müssen die Codes und deren Einsatz/Vorteile auf beiden Seiten (dh. Anbieter/User) angekommen und entsprechend umgesetzt sein. Wie oft sieht man tatsächlich QR-Codes?
    Wären diese weit verbreitet und der User damit vertraut, würde das positive feedback an die Anbieter in Form der Nutzung zurück fliesen.
    Bspw. wie viele virtuelle Stadtführungen bzw. Infos kann man abrufen – kaum, denn die Stadt/Gemeindeverwaltungen haben für diesen Bereich keinen Beauftragten.

    Im Bereich SEPA könnte der Vorteil für den User auf der Hand liegen, da die Fehleranfälligkeit bei manueller Eingabe einleuchtend ist. (Randnotiz: http://www.nickles.de/forum/mikes-wohnzimmer/2013/noch-mehr-spass-mit-bank-serviceterminals-dank-sepa-539025033.html)
    Die Online-Banking-App-Hersteller haben jedoch ganze Arbeit geleistet, dh. nicht nur vr.de sondern auch sparkasse+, Subsembly um nur einige zu nennen, können SEPA-QR-Code lesen/verarbeiten.
    Leider fehlt jedoch der „Masseneinsatz“/Umsetzung der Software-Hersteller (Warenwirtschaftssysteme), dh es sind keine SEPA-QR-Code vorhanden, die eingesetzt werden können.
    Auch die deutschen Banken tragen hierzu einen Großteil bei, denn weder die Mitarbeiter noch deren Informationskanäle sind entsprechend geschult/vorhanden.
    „Niemand“ kann scripte oä. zur Verfügung stellen.
    Mehrere Anfragen bei Volksbanken/Sparkassen sind im Sande verlaufen.
    (Randnotiz: Infos in einen „Wortmixer“ dann kommt ua. folgendes raus http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_SEPA-Leitfaden(2).pdf Seite 105 – kopfschüttelnd)

    Ein Blick in die Nachbarländer zeigt wie es funktionieren kann.
    Österreich (insb. deren Banken) bspw. bringt die SEPA-QR-Codes direkt auf die Zahlungsanweisung. http://www.stuzza.at/12468_DE.htm
    oder bei der Bank-Austria – http://www.bankaustria.at/privatkunden-banking-nach-wunsch-online-und-mobilebanking-mobilebanking-app.jsp kann man sogar über die App einen SEPA-QR-Code erstellen (!), wo lediglich noch Betrag, Info und email* angegeben werden muss.
    *dh. Schulausflüge oder Geburtstagsgeschenk oder Überweisung von Freund/Oma/Opa alles fehlerfrei möglich und das ganze komplett easy!

    Fazit: In Dt. fehlt die Int. der SEPA-QR-Codes in den Rechnungsprogrammen

  2. Ich habe beispielsweise noch ein altes Handy. Damit kann ich zwar nicht spielen und komme auch nicht ins Internet, aber der Akku hält viele Tage und ich kann damit telefonieren. ich muss die schrecklich lange Zahl bei Banküberweisungen eingeben. Das ist aber eigentlich nicht schlimm, denn die setzt sich ja aus BLZ und Knt zusammen.

  3. Ich finde das Konzept der QR-Codes sinnvoll, da dadurch auf einfachstem Wege Informationen eingeholt werden können.

    Wer ein Smartphone mit App besitzt, kann schnell Verlinkungen öffnen, Seiten aufrufen und Ähnliches.

    Selbstgenerierte Codes können auch gezielt für Eigenwerbung auf Internetseiten platziert werden und z. Bsp. mit der eigenem Hobby-Website verlinkt werden.

    *Daumen hoch*

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