Die Rabattmarke erobert das Online-Banking

Logo Bank of AmericaRabattmarken gehören zu den ältesten Kundenbindungsmaßnahmen überhaupt. In der Bundesrepublik waren sie im Handel bis in die 1970er Jahre weit verbreitet, verloren dann aber vorübergehend an Bedeutung.

Heute sind moderne Rabattsysteme wieder stark im Kommen. Payback verschickt Gutscheine und mit Foursquare gibt es Check-In-Deals. Nicht zu vergessen natürlich Groupon. Doch nun wartet die Bank of America mit einem neuen Rabatt-Modell auf, das sich sehr viel stärker an den konkreten Konsumvorlieben ihrer Kunden orientieren soll.

Schnäppchen für die Mülltonne

Eine typische Situation wie sie jeder von uns täglich kennt: Der erste Weg vom Briefkasten führt nicht zurück ins Haus, sondern direkt zur Papiertonne, weil mal wieder mehr „Spam“ in der Post war, als echte Briefe. Gemeint sind  natürlich die vielen „Schnäppchen“-Angebote, die uns zwar mit roten Prozentzeichen locken sollen, dennoch aber nicht wirklich interessieren, weil sie einfach nicht relevant sind.

Ähnlich sieht es häufig mit Coupon-Heftchen aus, die wir mit dem Punktekontoauszug von Payback erhalten. Und auch Groupon schickt einem jeden Tag völlig undifferenziert „Deals“, von denen nur die allerwenigsten für den einzelnen interessant sind. Und so wird auch aus der E-Mail von Groupon ganz schnell E-Müll. Für den (potenziellen) Kunden ärgerlich, für das Unternehmen Streuverluste, auch wenn die Kosten (insbesondere im Fall Groupon oder Daily Deal) für die Anbieter marginal sind.

Foursquare ING New YorkEtwas verfeinerter sind da schon Check-In-Deals wie bei Foursquare oder in NFC-Systeme integrierte Deals wie bei der Google Wallet. Sie berücksichtigen nämlich entweder das nähere physische Umfeld (Foursquare) oder sogar direkt den Einkauf, den der Kunde gerade durchführen möchte (Google Wallet).

BankAmeriDeals: Personalisierte Rabatte mit hoher Relevanz

Die Bank of America (BoA) testet derzeit eine andere Form der Kundenbindung mittels Rabattsystem. Ihr Name ist BankAmeriDeals und sie funktioniert so: Wenn der Kunde im Online-Banking der BoA seine getätigten Umsätze aufruft, sieht er neben den Umsätzen künftig Rabatt-Angebote von Geschäften, bei denen er bereits eingekauft hat. Diese Läden dürften für ihn daher in der Regel von hoher Relevanz sein. Sofern der Kunde den in der Umsatzübersicht seines Kontos angezeigten Rabatt akzeptiert, kann er ihn bei seinem nächsten Einkauf in Anspruch nehmen. Dazu braucht er dann keine (Grou-) Coupons mehr auszudrucken und mitzunehmen.

Bank of America Times Square
Bank of America am Times Square in New York

Der Kunde zahlt zwar bei seinem nächsten Einkauf zunächst den vollen Preis im jeweiligen Geschäft, bekommt den Rabatt aber am Anfang des Folgemonats als Gutschrift auf seinem Konto vergütet. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass er bei seinem Einkauf die BoA-Karte einsetzt. Der Unterschied zwischen diesem, und den anderen dargestellten Systemen liegt also darin, dass der Kunde den Rabatt in den Geschäften erhält, in denen er sowieso bereits einkaufen geht und nicht in solchen, die ihm nur eventuell gefallen könnten. Die Bank nutzt also das bisherige Einkaufsverhalten des Kunden, um ihm stärker personalisierte und individualisierte Angebote zu unterbreiten.

Derzeit testet die BoA das neue Rabatt-System noch mit eigenen Mitarbeitern. Sie erhofft sich bei einem erfolgreichen Verlauf natürlich einen stärkeren Einsatz ihrer Karten und steigende Umsätze. Von der Kundenbindungswirkung könnten indes beide profitieren: Bank und teilnehmender Händler.

Finden Sie diesen Dienst interessant? Oder würden Sie solche Rabattangebote im Online-Banking auch eher als „Spam“ empfinden? Diskutieren Sie mit!

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Quelle: reuters

Bildquellen: © Matthias Schubert (eigene Fotos des Blogbetreibers)

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2 Gedanken zu „Die Rabattmarke erobert das Online-Banking“

  1. Hallo Herr Schubert,

    interessanter Artikel und Ansatz der BoA. Man wird nicht mehr mit undifferenzierter Werbung zugemüllt und muss die Gutscheine auch nicht vor Ort dabei haben. Das wäre jedoch nur sinnvoll, wenn die Gutscheine ihre Gültigkeit nicht automatisch nach einem kurzen Zeitraum verlieren (was bei vielen Rabattaktionen der Fall ist). Ansonsten verliert man den Überblick und nutzt ggf. Rabatte nicht aus.

    Vielleicht sollte man noch ein paar weitere Funktionen beim Online-Banking wie z.B. die persönliche Finanzplanung weiter ausbauen, um den Nutzungsgrad zu erhöhen.

    Alles in allem sehr interessant auch für die deutschen Genossenschaftsbanken und Sparkassen, die oft regional viele Kooperationspartner haben.

    Thomas Göhrig

    1. Hallo Herr Göhring,

      vielen Dank für Ihren Beitrag und den Hinweis auf die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Auch ich denke, dass so ein Modell auch für sie, mit ihrer regionalen Verankerung, recht interessant sein kann. Die von Ihnen ebenfalls angesprochenen PFM-Systeme (pers. Finanz-Management) werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit wohl wirklich in Zukunft im Online-Banking integriert sehen. Und auch ich denke, dass dies für den Kunden einen sinnvollen Nutzen darstellen wird.

      Beste Grüße

      Matthias Schubert

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