Buchbesprechung / Rezension: Die Ich-Sender. Das Social Media Prinzip

Buch: Die Ich-Sender
Cover "Die Ich-Sender"

Auf dem Buchrücken wirbt der Business Village Verlag verheißungsvoll: „Eines der wohl meistgelesenen Bücher zu Social Media und Web 2.0“.  Die Tatsache, dass vor mir bereits die dritte Auflage dieses Buches liegt, das erst vor etwa einem Jahr erschienen ist, scheint die Beliebtheit das Buches zu bestätigen. Der Amazon-Verkaufsrang ist ebenfalls beeindruckend: Derzeit steht das Buch auf Platz 4 in der Kategorie „Online-Marketing“.

Auch der Autor, Wolfgang Hünnekens, hat einiges an Reputation zu bieten: Gründer des Institute of Electronic Business, Gastdozent für digitale Kommunikation an der Universität der Künste Berlin und Universität St. Gallen und Mitinhaber der Agentur Publicis Berlin. Eine Menge Vorschusslorbeeren also für dieses Buch und Gründe genug, es einmal etwas näher zu betrachten.

Bereits am Anfang des Buches gibt der Autor dem Leser zwei Versprechungen mit auf den Weg: Wenn er das Buch zu Ende gelesen und die vorgestellten Tipps umgesetzt hat, solle er in der Lage sein, bei der Planung seiner eigenen Social Media Strategie präzise vorzugehen. Kurz darauf wird ihm dann vesprochen, dass sich das Buch nur auf die Highlights des Social Media Marketing beschränken würde.

Um es vorweg zu nehmen: dieses gut 150 Seiten starke Taschenbuch hält sich an das zweite „Versprechen“ und konzentriert sich tatsächlich (nur) auf die wesentlichen Schwerpunkte. Es ist in einer, auch für den Laien, verständlichen Sprache geschrieben und lässt sich leicht und schnell lesen. Dem Neueinsteiger verschafft es ein gutes Verständnis für Social Media, die Kultur des Web 2.0 und erklärt Aufbau und Funktion der wesentlichen Tools. Der Leser erhält einen Überblick über Foren, Newsletter, Communities, Blogs, Twitter und Podcasting.

Sehr angenehm ist auch, dass hier ein deutscher Autor am Werk war. Während  beispielsweise das Buch „Socialnomics“ von Erik Qualman voll von US-amerikanischen Beispielen ist, die der deutsche Leser teilweise eher schlecht nachvollziehen kann, werden für die Beispiele in „Die Ich-Sender“ meist vertraute Unternehmen wie BMW, Volkswagen oder Lufthansa verwendet.

Der Ansatz dieses Buches ist also gar nicht schlecht. Leider ist das Buch aber eben auf nur etwa 150 Seiten im Taschenbuchformat beschränkt. Das Phänomen Social Media ist dafür jedoch viel zu komplex. So werden die meisten Themen leider nur am Rande gestreift, wie beispielsweise auch Crowd Sourcing und Social Newssites. Immerhin für Twitter gibt es einen etwas ausführlicheren „3-Stufen-Plan“ und auch das Thema „Blogger-Relations“ wird etwas intensiver behandelt.

Fazit: Wer sich schon etwas länger mit dem Thema Social Media beschäftigt und bereits das eine oder andere Werk darüber gelesen hat, wird in diesem Buch nicht viel neues finden können. Auch die am Ende dargestellten Tools bringen keine wirklich neuen Erkenntnisse, es handelt sich dabei eher um die üblichen Mainstream-Tools.

Das Buch bietet dem Einsteiger einen Überblick über Social Media und die Web 2.0-Kultur. Nicht mehr und auch nicht weniger. Das Versprechen, danach bereits fit genug zu sein, um eine eigene Social Media Strategie planen zu können, halte ich jedoch für gewagt.

Ob es lohnt, 17,90 Euro für ein (Taschen-) Buch zu bezahlen, das nach dem Lesen mit ziemlicher Sicherheit im Bücherregal verstauben wird, überlasse ich jedem selbst.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich es aus der Bibliothek der UdK ausgeliehen habe und nun auch wieder zurückbringen kann. Das sollte ich auch bald tun, denn derzeit warten immerhin schon fünf (!) Vormerker sehnsüchtig darauf. Noch vor vier Wochen stand es dort einfach im Regal… ein Zeichen, dass das Thema Social Media wohl immer mehr Menschen ansteckt.

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